Vorsicht vor Frühlingsallergien
Vorsicht vor Frühlingsallergien
Dr. Süreyya Paksoy, Fachärztin für Kinderheilkunde und Kinderkrankheiten im Özel ENTO Kulak Burun Boğaz Cerrahi Tıp Merkezi, erklärte, dass die umgangssprachlich als „Frühlingsallergie“ bekannte Erkrankung nicht nur auf den Frühling beschränkt ist.
Je nach Art der allergieauslösenden Pollen könne sie auch im Sommer und Herbst auftreten. „Gräser- und Wiesenpollen sind in der Regel zwischen April und Juli besonders intensiv, während Baumpollen vor allem im Frühling verbreitet sind. Unkrautpollen treten meist zwischen Juli und September auf“, sagte Dr. Paksoy.
Dr. Paksoy betonte, dass sowohl genetische Veranlagung als auch Umweltfaktoren zusammenkommen müssen, damit sich eine Allergie entwickelt. Allergene könnten auf unterschiedliche Weise in den Körper gelangen:
„Lebensmittel und Medikamente gelangen über den Mund in den Körper; Insektenstiche sowie Chemikalien wie Waschmittel und Shampoos über die Haut; Pollen, Hausstaubmilben, Schimmelpilze, Tierhaare und bestimmte Gerüche hingegen über die Atemwege. Dies kann zu verschiedenen allergischen Erkrankungen wie allergischer Rhinitis, allergischem Asthma, Urtikaria, allergischer Bindehautentzündung, Ekzemen und Nahrungsmittelallergien bei Säuglingen führen.
Allergische Reaktionen können tränende, gerötete und verklebte Augen, laufende oder verstopfte Nase, Juckreiz in der Nase, häufiges Niesen, Halskratzen und Juckreiz am Gaumen verursachen. Bei manchen Kindern kann zusätzlich Asthma auftreten. Entwickelt sich Asthma, können Beschwerden wie Husten, pfeifende Atmung und Atemnot entstehen.“
Diagnose und Behandlung
Dr. Paksoy erklärte, dass die Krankengeschichte und die körperliche Untersuchung eine große Rolle bei der Diagnose spielen und Allergietests die Diagnose unterstützen.
„Neben spezifischen IgE-Bluttests werden auch Hauttests durchgeführt. Dabei wird die Haut leicht angeritzt und das Allergen aufgetragen. Nach etwa 15 Minuten werden Rötungen und Schwellungen beurteilt. Reaktionen ab drei Millimetern gelten als positiv. Ein positives Testergebnis bestätigt die Allergie weitgehend, ein negatives Ergebnis schließt sie jedoch nicht sicher aus. Deshalb bleiben die klinischen Symptome des Kindes der wichtigste Hinweis. Frühallergische Reaktionen treten meist innerhalb von 30 Minuten bis einer Stunde auf, Spätreaktionen nach 6 bis 12 Stunden“, sagte sie.
Bei Windigem Wetter Masken Tragen
Dr. Paksoy erklärte, dass das Hauptziel der Behandlung die Kontrolle der Symptome sei:
„Auch wenn Allergien nicht vollständig beseitigt werden können, lassen sich die Lebensqualität der Patienten durch eine richtige Diagnose, geeignete Schutzmaßnahmen und regelmäßige Behandlung deutlich verbessern. Allergischer Schnupfen kann sich bei manchen Kindern zu Asthma entwickeln. Deshalb ist eine frühzeitige und richtige Behandlung sehr wichtig.
Zur Behandlung werden meist Medikamente zum Einnehmen, Nasensprays und Augentropfen eingesetzt. Wenn Asthma hinzukommt, werden inhalative Sprays oder vernebelte Medikamente verwendet.
Bei einigen Patienten kommen Allergie-Impfungen (Immuntherapie) zum Einsatz. Diese werden jedoch nur angewendet, wenn Allergene nicht vermieden werden können und Medikamente nicht ausreichend wirken.“
Außerdem erinnerte Dr. Paksoy daran, dass Vorbeugung ein wichtiger Bestandteil der Behandlung allergischer Erkrankungen ist:
„Während der pollenreichen Zeit zwischen 05:00 und 10:00 Uhr morgens sollte man möglichst nicht nach draußen gehen. Falls es notwendig ist, sollte bei windigem Wetter eine Maske getragen werden. Wohnungen sollten nicht früh morgens, sondern mittags gelüftet werden. Aktivitäten im Freien sollten an windigen Tagen vermieden werden.
Nach dem Aufenthalt im Freien empfiehlt es sich, das Gesicht zu waschen und möglichst zu duschen. Klimaanlagen mit Pollenfiltern zu Hause und im Auto, das Trocknen der Wäsche in Innenräumen sowie das Tragen von Sonnenbrille und Hut im Freien können den Pollenkontakt reduzieren.“