Ohrenschmerzen nicht unterschätzen: Im Sommer steigt das Infektionsrisiko
Op. Dr. Sezgin Bekdemir informierte über die Ursachen, Symptome und Präventionsmöglichkeiten von Außen- und Mittelohrentzündungen.
Op. Dr. Sezgin Bekdemir, Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde am Privaten ENTO Medizinischen Zentrum für HNO-Heilkunde und Chirurgie, erklärte, dass die Zahl der Beschwerden über Ohrenschmerzen in den Sommermonaten mit Beginn der Bade- und Schwimmbadsaison deutlich zunimmt. Er wies darauf hin, dass insbesondere bei Menschen, die häufig schwimmen, auftretende Entzündungen des äußeren Gehörgangs bei einer verspäteten Behandlung zu starken Schmerzen und Hörproblemen führen können. Bekdemir erläuterte die Ursachen, Symptome und Möglichkeiten zur Vorbeugung von Außen- und Mittelohrentzündungen.
Bekdemir erklärte, dass die im Sommer am häufigsten auftretende Erkrankung die auch als „Schwimmerohr“ bekannte Entzündung des äußeren Gehörgangs ist, und sagte: „Die nach dem Schwimmen im Meer oder im Schwimmbad im Gehörgang verbleibende Feuchtigkeit schafft ein geeignetes Umfeld für Bakterien und Pilze. Dadurch kann eine Entzündung des äußeren Gehörgangs begünstigt werden. Besonders das Schwimmen in hygienisch unzureichenden Schwimmbädern erhöht das Infektionsrisiko deutlich.“
Symptome einer Außenohrentzündung
Bekdemir erklärte, dass bei einer Entzündung des äußeren Gehörgangs Schmerzen auftreten können, die sich bei Berührung des Ohres verstärken. Weitere Symptome seien ein Druck- oder Völlegefühl im Ohr, Juckreiz, Ausfluss und eine eingeschränkte Hörfähigkeit. Er sagte: „Starke Schmerzen beim Ziehen an der Ohrmuschel oder beim Druck auf das Ohr sind ein wichtiges Anzeichen für eine Entzündung des äußeren Gehörgangs.“
Obwohl Mittelohrentzündungen häufiger mit Infektionen der oberen Atemwege in den Wintermonaten in Verbindung gebracht werden, können sie auch im Sommer auftreten. Bekdemir sagte: „Insbesondere bei Kindern können Infektionen nach dem Schwimmen im Meer oder im Schwimmbad, allergischer Schnupfen oder Probleme durch vergrößerte Rachenmandeln eine Mittelohrentzündung begünstigen. Es können starke Ohrenschmerzen, Fieber, eine Verschlechterung des Hörvermögens und manchmal auch Ausfluss aus dem Ohr auftreten.“
Dr. Bekdemir wies außerdem auf häufige Fehler bei der Ohrenreinigung hin. Er sagte: „Wattestäbchen entfernen Ohrenschmalz nicht unbedingt, sondern können ihn tiefer in den Gehörgang schieben und die natürliche Schutzschicht des Gehörgangs beschädigen. Zudem können kleine Hautverletzungen die Entstehung einer Infektion begünstigen. Daher sollte auf die Verwendung von Wattestäbchen verzichtet werden.“
Empfehlungen zum Schutz der Ohrgesundheit im Sommer
Bekdemir gab folgende Empfehlungen zum Schutz der Ohrgesundheit:
„Nach dem Schwimmen im Meer oder im Schwimmbad sollten die Ohren vorsichtig getrocknet werden. Wasser sollte nicht über längere Zeit im Gehörgang verbleiben. Zur Reinigung der Ohren sollten keine Wattestäbchen oder harten Gegenstände verwendet werden. Schwimmbäder, deren hygienische Bedingungen nicht gewährleistet sind, sollten vermieden werden. Bei Ohrenschmerzen, Ausfluss oder Hörverlust sollten keine Ohrentropfen eigenständig angewendet werden. Stattdessen sollte unbedingt ein HNO-Facharzt aufgesucht werden. Personen, die häufig unter Entzündungen des äußeren Gehörgangs leiden, können beim Schwimmen von ihrem Arzt empfohlene Schutzstöpsel verwenden.“
Bekdemir betonte, dass Ohrenschmerzen nicht unterschätzt werden sollten: „Durch eine frühzeitige Diagnose und die richtige Behandlung können sowohl Außen- als auch Mittelohrentzündungen innerhalb kurzer Zeit unter Kontrolle gebracht werden. Bei verspäteter Behandlung kann sich die Infektion ausbreiten und die Behandlungsdauer verlängern. Damit der Sommerurlaub nicht durch gesundheitliche Probleme unterbrochen wird, sollte auf die Gesundheit der Ohren entsprechend geachtet werden.“
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