Heiserkeit nicht auf die leichte Schulter nehmen – dahinter können ernsthafte Ursachen stecken.
Darauf hinweisend, dass Heiserkeit aus vielen unterschiedlichen Ursachen entstehen kann – von einfachen Infektionen der oberen Atemwege bis hin zu schweren Erkrankungen – betonte die HNO-Fachärztin Op. Dr. Nimet Özalp Devseren, dass langanhaltende Beschwerden unbedingt von einem Facharzt abgeklärt werden müssen.
Op. Dr. Nimet Özalp Devseren, Fachärztin für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde am Privaten Ento HNO-Chirurgischen Medizinischen Zentrum, erklärte, dass Heiserkeit bei Kindern am häufigsten durch Infektionen der oberen Atemwege, häufiges Weinen, Schreien und falschen Stimmeinsatz verursacht wird. Besonders bei Kindern im Kindergarten- und Schulalter können Erkrankungen wie Grippe, Erkältung und Laryngitis vorübergehende Schwellungen der Stimmbänder verursachen und dadurch Heiserkeit auslösen.
„Heiserkeit bei Kindern bildet sich in der Regel innerhalb kurzer Zeit zurück. Hält sie jedoch länger als eine Woche an, sollte unbedingt ein HNO-Arzt aufgesucht werden“, so Devseren.
Devseren wies darauf hin, dass die Ursachen für Heiserkeit bei Erwachsenen vielfältiger sind. Langes und lautes Sprechen, Rauchen und Alkoholkonsum, Refluxerkrankungen, berufliche Stimmbelastung, Schilddrüsenerkrankungen sowie Stimmbandknötchen zählen zu den häufigsten Auslösern. Insbesondere bei Rauchern könne eine langanhaltende Heiserkeit ein Warnzeichen für ernsthafte Erkrankungen wie Kehlkopfkrebs sein.
DER ERSTE SCHRITT: DIE URSACHE ERMITTELN
Devseren betonte, dass bei der Behandlung von Heiserkeit zunächst die zugrunde liegende Ursache korrekt festgestellt werden müsse. Bei infektionsbedingten Fällen seien medikamentöse Therapie und Stimmruhe meist ausreichend. Bei refluxbedingter Heiserkeit würden Ernährungsumstellungen und magenschützende Behandlungen eingesetzt.
Bei Patienten mit Stimmbandknötchen, Polypen oder strukturellen Veränderungen könne eine Stimmtherapie und gegebenenfalls eine chirurgische Behandlung notwendig sein. Eine Operation komme in der Regel dann in Betracht, wenn sich der Zustand trotz medikamentöser Therapie und Stimmtherapie nicht verbessere.
„Bei der mikrolaryngoskopischen Methode, die unter dem Mikroskop über den Mund durchgeführt wird, erfolgt ein Schleimhautschnitt. Dank moderner Technologie wird ausschließlich das erkrankte Gewebe präzise entfernt. Dadurch können die Patienten schnell in ihren Alltag zurückkehren, und die Stimmqualität verbessert sich deutlich“, erklärte sie.
VORSICHT BEI MEHR ALS DREI WOCHEN
Devseren betonte, dass die Phase nach der Operation mindestens ebenso wichtig sei wie der Eingriff selbst. Nach der Operation werde für einen bestimmten Zeitraum vollständige Stimmruhe empfohlen, anschließend solle durch Stimmtherapie der korrekte Stimmeinsatz neu erlernt werden. Sie unterstrich eindringlich, dass bei einer Heiserkeit von mehr als drei Wochen Dauer oder bei begleitenden Symptomen wie Schluckbeschwerden, Halsschmerzen oder Atemnot unverzüglich ein HNO-Facharzt aufgesucht werden sollte.
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